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Barcelona

Ende Juli wurde der Golf R zum letzten Mal für eine Reise nach Genua bis unter die Dachkante vollgepackt. Dieses Mal sollte die SY AVENTURA Genua endgültig verlassen. So fuhren Rico und ich zügig, und wie üblich nachts, nach Genua und schafften alles Material an Bord.

Beim meinem letzten Aufenthalt wurde ja noch einiges in Auftrag gegeben, z.B. die Maintenance am Aussenborder, die Revision der Einspritzdüsen des Onan Generators und der Ersatz des Dayco Keilriemens des 24V Alternators, was nun selbstredend auch alles geprüft wurde. Zudem standen noch Garantiearbeiten am Dinghy und der GPS Maus an. Die Geschwindigkeit der GPS Maus hatte Paul auf 4800 Baud reduziert, so dass die Datum/Zeit Information vom Furono NAVTEX NX-900 auch verstanden wird. Jetzt liest das Furono NAVTEX zwar die GPS Maus, und zeigt auch Position, SOG und COG an, jedoch Datum/Zeit leider immer noch nicht. Furono erwartet das ZDA Format, und kann die Datum/Zeit Information nicht aus dem gesendeten RMC Format extrahieren! Da hat wohl der Stift programmiert – die Software von Furono ist eine einzige Enttäuschung. Paul wird jetzt einen Adaptor fertigen, welcher RMC in ZDA wandelt. Somit ist diese Baustelle auf Oktober in Spanien verschoben.

Selbstverständlich durften die lukullischen Köstlichkeiten Liguriens nicht fehlen und wurden noch einmal intensiv genossen. Nach dem Einkauf, der Erledigung der letzten administrativen Tasks und der herzlichen Verabschiedung von Monica – Ernesto befand sich auf einer Velotour durch Europa – hiess es endlich „Leinen los, Arrivederci Genova„.

Etwas Wehmut schwang beim letzten Auslaufen aus Genua schon mit, war doch dieser Hafen seit drei Jahren der permanente Liegeplatz von SY AVENTURA und die Marina Genova und Sestri Ponente hatten wir in dieser Zeit lieb gewonnen. Aber jetzt galt es, Segel zu setzen, vorwärts zu schauen und den Törn nach Barcelona zu geniessen (und auf guten Wind mit nicht zu heftigem Mistral zu hoffen).

Wie so oft im Golf von Genua, hatte es nur wenig Wind und dies erst noch auf die Nase. Also tatsächlich so, wie es die Wetterprognosen voraus sagten. Somit wurde halt die Maschine bemüht, um bis zum Cabo Noli zu gelangen. Ab da kam etwas mehr Wind auf – zwar immer noch auf die Nase – aber so konnte die erste Etappe zur Isola Gallinara doch noch segelnd bewältigt werden.

Nach dem morgendlichen Frühsport, um den Propeller tauchend von Muscheln und Kalkwürmern zu befreien, ging es weiter in Richtung Frankreich. Wiederum hatte es wenig Wind, so dass neben Segeln auch mal die Maschine zum Einsatz kam. Am Abend erreichten wir die Rade de Villefranche, welche schon letztes Jahr besucht wurde. Etwas unverhofft war das Wiedersehen mit der Explora II, welche in der Rade von Anker lag. Dieser Kreuzfahrer wurde in Sestri Ponente gebaut, und wir konnten die Fortschritte jeweils direkt ab dem Hafenplatz von SY AVENTURA beobachten. Im September 2024 machte die Explora II auch in Barcelona halt, auf dem Weg in die Karibik. Inzwischen baut die Werft die Explora III – der Markt mit den Kreuzfahrtsschiffen scheint zu florieren.

Den 1. August begingen wir standesgemäss an Bord.

Tags darauf war das Ziel St. Tropez, genauer die Anse des Canebiers, wo SY AVENTURA schon mehrfach vor Anker lag. Der schöne Raum Kurs dauerte bis zur Baie de Cannes, dann schlug der Mistral zu: natürlich wieder auf die Nase – am Anfang mit erträglichen 20kn. So nahmen wir die Kreuzerei halt in Angriff. Der Mistral frischte immer mehr auf, bis wir dann bei der Anfahrt zur Baie de St. Tropez gute 35kn Wind hatten und dies hart am Wind segeln mussten. Trotz – weil küstennah – erträglichem Seegang, wurde die SY AVENTURA gehörig gebeutelt und geduscht. Es war schon fast wie Laser segeln, nur eben im geschützten Mittelcockpit, und daher für die Crew trocken. Der Kampf hatte um 21h ein Ende, wir waren heil vor Anker, und freuten uns nach diesem harten Schlag auf ein feines Znacht und auf unsere Kojen.

Am nächsten Tag ging es schon früh los, der Wind hatte gedreht, so dass wir mit Halbwind Kurs in Richtung Îles d’Hyères segeln konnten. Am Nachmittag erreichten wir Porquerolles und das Eisen fiel in den Sand. Am Abend wurde das Dinghy RAFINE klargemacht und wir besuchen Porquerolles. Der Ort Porquerolles ist immer noch schmuck, immer noch sehr touristisch und immer noch ziemlich teuer.

In Porquerolles wollten wir ein geeignetes Wetterfenster zum Überqueren des Golfe du Lion abwarten, da wir keine Lust hatten, schon wieder >30kn Mistral zu „geniessen“. Die beste Option war, am nächsten Morgen zeitig loszusegeln. Trotz zu Beginn gutem Segelwind, welcher dann leider immer weniger wurde, kamen wir nicht wie gewünscht voran, so dass Mr. Volvo zum Einsatz kommen musste.

Die Überfahrt war wie erwartet ruhig, es konnte doch noch ab und zu gesegelt werden, und am Abend des folgenden Tages erreichten wir Tossa de Mar in Spanien, wo in schöner Umgebung das Eisen in den Sand fiel.

Ab Tossa de Mar waren es noch 40sm bis nach Barcelona. Die Wetterprognose versprach nicht zuviel, und wir konnten noch einmal einen tollen Segeltag geniessen. Bei zu Anfang achterlichem Wind wurde sogar der Ballooner gesetzt, zum ersten mal überhaupt, seit ich Eigner der SY AVENTURA bin. Das Setzen der Passatbäume ging schon relativ zügig, da ich dies schon im 2024 in Barcelona ausprobiert hatte. Nachdem wir auch noch das Ballooner Fall korrekt eingezogen hatten, konnte das Teil gehisst werden und wir waren erstmals mit der Passatbesegelung unterwegs.

Allerdings nicht für lange, denn es kam die Garbi Breeze auf, ein vom AC37 wohlbekannter Wind aus SW. Es ging mit knapp 8kn Fahrt gegen Barcelona zu, was für mich so etwas wie eine Heimkehr war: die altbekannte Skyline, die geschäftige Stadt, die sichere Marina Vela mit dem freundlichen Personal. Und natürlich die Restaurants und Tapas Bars mit den katalanischen Köstlichkeiten…

Bienvenido de nuevo a Barcelona!

Das war ein toller Segeltörn zusammen mit Rico, welchem es an Bord der SY AVENTURA gut gefallen hat.

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