Nach einer weiteren ambulanten Behandlung meines linken Fusses, diesmal im PAS l’Alguer, und zwei weiteren Spritzen in den Allerwertesten, wurde es langsam Zeit, Valencia zu verlassen.
Die Windprognose war für einmal vielversprechend und so liefen wir am späten Nachmittag aus Valencia bei schönem Wind aus, um in der Nacht die knapp 90sm nach Ibiza zu segeln.

in Valencia


In der Nacht musste zwar wieder einmal der Volvo ran, aber vorher und nachher war schönes Segeln angesagt, was doch für einmal eine schöne Abwechslung war.
Am Morgen erreichten wir Ibiza und kurz nach dem Mittag den Ankerplatz in der Cala Talamanca bei Ibiza Stadt. Der Ankerplatz war gut besucht und auch vor Ibiza war viel Betrieb auf dem Meer.



Am Abend brachte uns das Dinghy RAFINE wohlbehalten an Land. Hier verliess uns Ale, um mit dem Nachtflug von Edelweiss zurück in die Schweiz zu fliegen. Isabel und ich besichtigen etwas Ibiza Stadt und dinierten an Land. Ibiza Stadt beeindruckte uns nicht besonders: sehr touristisch, schrill und eher teuer.
Der Wetterbericht prognostizierte für den nächsten Tag einigermassen guten Wind für den Schlag in Richtung Cartagena. So verliessen wir das ziemlich überfüllte Ibiza und segelten gemütlich in Richtung Cartagena.
Bei schönem Wind aus der richtigen Richtung konnten wir zügig in Richtung Cartagena segeln, eine Strecke von immerhin 140sm. Noch lange sahen wir Ibiza achteraus, jedoch immer kleiner werdend. Die Nacht verlief ruhig und der nächste Tag erwachte bei leichter Bewölkung, was ganz angenehm war nach den sengenden Temperaturen der letzen Tage. Am Nachmittag fiel der Anker in der offenen Bucht bei Algameca Chica in den Sand. Der idyllische Abend vor Anker ging in die Nacht über, welche ab zwei Uhr morgens leider gar nicht mehr ruhig war: der aufkommende SW Wind brachte Wellen und einen unangenehmen Schwell, so dass SY AVENTURA hin und her schwankte, dass es uns fast aus dem Bett warf. An viel Schlaf war nicht mehr zu denken, und nach dem ersten Büchsenlicht gingen wir ankerauf und verlegten SY AVENTURA in den Yacht Port Cartagena. Endlich war es ruhig und wir konnten auch von Cartagena noch etwas sehen.






Cartagena – gegründet von den Karthagern ca. 227 v. Chr. – ist eine schöne Stadt mit einer über 2500 Jahre alten Historie. Sie spielte in der Antike, im Mittelalter und auch in der Neuzeit eine wichtige Rolle. Kulinarisch zu empfehlen ist das El Cantón, welches sich in Dekoration und Menu-Auswahl an die Kantonale Revolution von 1873 anlehnt. Da erklärte sich Cartagena für mehrere Monate zur unabhängigen Republik.
Cartagena ist bekannt für seine antiken Ruinen, und ist immer noch ein wichtiger Marine- und Handelshafen. Uns hat’s jedenfalls gut gefallen in Cartagena.











Mit genügend Zeit zur Verfügung konnten wir die restlichen ca. 120sm bis Almerimar in kleinere gemütliche Schläge aufteilen, und uns nach dem vorherrschenden Wind richten.
Der erste Schlag führte uns mit gutem Wind aus achterlicher Richtung zur Bahia Del Hornillo, einer Bucht nahe bei Aguilas. Der Grund besteht aus Sand und sehr viel Seegras, nach unserer Erfahrung praktisch ausschliesslich aus Seegras, so dass es einige Anläufe brauchte, bis das Eisen wirklich hielt. Bei Anbruch der Nacht waren dann auch alle Tagesausflügler verschwunden und wir konnten die Ruhe der Bucht geniessen.







Bei gleichen angenehmen Windbedingungen segelten wir tags darauf gemütlich zur Ensenada de Agua Amarga, auch Bitter Water Bay genannt. Hier war viel Betrieb mit kleinen spanischen Booten, welche aber am Abend alle nach Hause fuhren, so dass wir auch hier die Bucht für uns alleine hatten.






Nach einer ruhigen Nacht und einer morgendlichen SUP Tour an den Strand ging es ankerauf für den Schlag zum Cabo Gata, einem Kap mit eindrucksvoller Natur. Schönster achterlicher Wind machte die Fahrt mit der Passatbesegelung zum puren Segelvergnügen. Schnell waren wir am Ankerplatz in der Cala Cabo Gata, wo das Eisen in den Sand fiel. Auch hier war viel Wochendbetrieb, mit Seekayaks, kleinen Motorbooten und den unsäglichen Jetskis. Erst am Abend wurde es ruhiger und wir waren mit anderen Yachten aus Holland, Frankreich und Deutschland alleine.




Tags drauf setzen wir Segel, um mit einem kurzen Schlag nach Almería zu gelangen. Neben dem Club de Mar fiel der Anker, und schon bald war das Dinghy RAFINE bereit, uns an Land zur Stadtbesichtigung zu bringen.
Beeindruckend war die Alcazaba, die maurische Festung, welche im 10. Jahrhundert errichtet wurde. Teile der Alcazaba dienten als Kulisse zu Hollywood Filmen wie „Indiana Jones“. Leider war die Alcazaba wegen Renovation geschlossen, so dass wir das Innere nicht besichtigen konnten. Die Kathedrale von Alemería beeindruckt mit einer Mischung aus Gotik und Renaissance. Die Kathedrale ist auch eine Festung, und diente der Verteidigung gegen die Angriffe der Berber.
Erstaunt waren wir, als wir bereits am Montag Nachmittag ziemlich aufgebretzelte Damen vor den Clubs Schlange stehen sahen. Des Rätsels Lösung: es war die Feria de Almería, ein Fest zu Ehren der Schutzpatronin Virgen del Mar, welches sich gleich über neun Tage hinstreckt. In dieser Woche sollte man in Almería, neben feiern, nicht allzuviel erreichen wollen.








Da für die nächsten Tage West Wind in Sturmstärke vorausgesagt war, segelten wir bei noch gemässigten Bedingungen zwei Tage früher als geplant zum Zielhafen dieser Etappe – nach Almerimar. Etwas überraschend wurde uns der Liegeplatz gleich neben der SY NADINE zugeteilt, der Jeanneau 53 von René, Yindi und Alexandre, welche wir bereits in Cartagena ausgiebig besichtigen durften.
In Almerimar bleibt die SY AVENTURA bis Anfang November und kommt im Oktober in den Genuss einer ausgedehnten Maintenance. Um dies alles zu organisieren, konnte ich die Tage bis zum Rückflug in die Schweiz gut nutzen.


