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Gibraltar

Nachdem Isabel nach ihrem zweiwöchigen, arbeitsbedingten Schweiz-Aufenthalt wieder nach Almerimar zurückgekehrt war, konnten wir den Schlag nach Gibraltar starten.

Die Windprognosen sagten ab Anfang Woche günstigen Ostwind voraus, so dass die ca. 140 sm nach Gibraltar in Angriff genommen werden konnten. Im Puerto Deportivo Almerimar war alles abgegeben und ausgecheckt, somit hiess es endlich „Leinen los“.

Der Kurs war platt vor dem Wind (Dead Run), so dass zuerst mit Genua, Ballooner und Besansegel gesegelt werden konnte. Später drehte der Wind und frischte auf, so dass mit Raumkurs (Broad Reach), ohne Ballooner aber mit Genua, Grosssegel und Besansegel gut Speed gemacht wurde. Die Bedingungen waren optimal und so entschieden wir uns, ohne Zwischenhalt nach Gibraltar durchzusegeln.

Wir erreichten die Reede vor La Linea de la Conception am Nachmittag des zweiten Tages und gingen vor Anker. Es blieb auch noch genügend Zeit, um gut vorbereitet an einem Conference Call teilzunehmen.

Am nächsten Tag liefen wir kurz Ocean Village in Gibraltar an, um zollfrei zu tanken, und danach verlegten wir SY AVENTURA in die Alcaidesa Marina in La Linea de la Conception, gleich ausserhalb von Gibraltar.

Natürlich durfte ein Besuch von Gibralter und dessen Sehenswürdigkeiten nicht fehlen. Gibraltar ist klein, nur etwa 6.5 km2 und hat ca. 35’000 Einwohner. Diese haben sich in einem Referendum 1967 mit 99% für einen Verbleib bei Grossbritannien und gegen einen Wechsel zu Spanien entschieden. Im einem weiteren Referemdum 2002 entschied sich die Bevölkerung, wiederum mit 99%, gegen eine gemeinsame Souveränität mit Spanien.

Gibraltar, strategisch optimal an der Südspitze der Iberischen Halbinsel, und an der gleichnamigen, 24km breiten, Seestrasse gelegen, bietet viel Historie und eine spannende Mischung aus britischer, spanischer und mediterraner Kultur.

Ein Must-See war natürlich der Fels von Gibraltar (426müM), von welchem ein atemberaubender Blick auf Spanien, das Mittelmeer und über die Strasse von Gibraltar bis nach Marokko gewährt wird. Selbstverständlich gehörten auch die Berber-Affen dazu. Bekanntlich sagte Winston Churchill einst, dass Gibraltar britisch bleibe, solange die Affen auf dem Fels leben. Na dann.

Der Skywalk, welcher von Prinz William eröffnet wurde, ist eine Glasplattform am Felsen, und bietet einen spaktakulären Panoramablick. Der Gang über den Skywalk ist definitiv nichts für Schwindelanfällige.

Ebenfalls sehr eindruckvoll war die Tropfsteinhöhle St. Michael’s Cave. Im zweiten Weltkrieg wurde die Höhle als Spital eingerichtet, musste aber glücklicherweise nie genutzt werden. Heute wird sie oft für Konzerte und Shows genutzt, da sie eine spektakuläre Beleuchtung und Akustik hat.

Die Great Siege Tunnels gaben einen faszinierenden Blick in die Militätgeschichte Gibraltars. Die Tunnel wurden im 18. Jahrhundert während der jahrelangen spanischen Belagerung in die Felsen gehauen. Mit Kanonen bestückt, ergab dies eine wirkungsvolle Verteidigung Gibraltars. Die Tunnel erinnerten mich sehr an meine Zeit bei den Festungstruppen der Schweizer Armee – auch dieses Kapitel ist schon etwas länger her.

Gibraltar Town und da besonders die Main Street sind ein steuerfreies Shopping Paradies. Oft kommen arbeitslose Spanier nach Gibraltar und kaufen Zigaretten und Alkohol günstig ein, um die Ware dann in Spanien teurer zu verkaufen. Das ist doch eine geschäftstüchtige Idee. Britische Pubs stehen neben Tapas Bars, was eine einmalige Mischung ergibt.

Der Europa Point ist der südlichste Punkt Gibraltars, für die Seefahrt gut mit einem Leuchtturm markiert, mit Blick auf Afrika. Ebenfalls von See aus gut zu sehen, ist die King Fahd Bin Abdulaziz Al Saud Moschee, welche wir jedoch nicht besichtigten.

Rechtzeitig zu meinem Geburtstag trafen Matthias und Hardy in Gibraltar ein. Die beiden lassen auch keine Party aus! Zu viert verbrachten wir einen schönen Abend in La Linea bei feinen spanischen Köstlichkeiten und feierten bis spät in die Nacht hinein meinen Geburtstag.

Am nächsten Tag musste Isabel wieder in die spätherbstliche Schweiz zurück fliegen, um zu arbeiten. Auch diesmal viel der Abschied schwer.

Schon bald startete die neue Crew die Vorbereitungen für die nächste Etappe nach Gran Canaria, zuallererst mit dem Studium der Wettermodelle und der Windprognosen. Diese sagten für die nächsten Tage nichts Gutes voraus. Somit war vorerst warten angesagt.

Almerimar-Gibraltar

Eine Antwort auf „Gibraltar“

Danke für die Einblicke und interessanten Beiträge. Das erinnert mich an unsere Atlantiküberquerung 1989. Start bei der Ile des Embiez, Gibraltar, Madeira, Gran Canaria, Kapverden, Guadeloupe, Dominica, Martinique.

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