Am Ostersamstag traf Rico in Le Marin für einen zweiwöchigen Segeltörn ein und ich erwartete ihn bereits im KokoaRum für den ersten Planteur. Rico durfte wählen, ob der Törn nordwärts nach Guadeloupe und Antigua oder südwärts zu den Grenadines gehen soll. Die Wahl fiel auf die Grenadines, also ziemlich dieselbe Route, welche ich ein paar Wochen zuvor mit Isabel gesegelt bin.
Tags darauf klarierten wir aus und machten uns an die Überfahrt nach Saint Lucia. Es war schön, nach 11 Tagen in der Marina wieder zu Segeln und frische Seeluft zu schnuppern. Schnell kam Saint Lucia in Sicht und wir gingen in der Rodney Bay vor Anker.




Von der Rodney Bay ging es mit flottem Wind weiter zur Marigot Bay, welche Rico sehr gut gefiel. Geankert wurde in der Einfahrt zur Lagune und wir besuchten mit dem Dinghy RAFINE das Hurricane Hole und genossen einen exotischen Drink.
Um die gute kreolische Küche auszuprobieren, entschieden wir uns, im Château Mygo zu dinieren. Zwar schlossen wir den Niedergang von S/Y AVENTURA ab, liessen jedoch die Luken offen. Während unserer Abwesenheit nutzen dies findige Fledermäuse, um sich an unserem Früchtevorrat gütlich zu tun. Dies entdeckten wir jedoch erst am nächsten Morgen, als wir die Früchte zum Frühstück essen wollten.






Weil es so schön war, blieben wir noch einen Tag in Marigot Bay und gaben uns dem Müssiggang hin. Tags darauf ging es mit einem kurzen Schlag nach Soufriere, wo ich bei Clive eine Boje und für den Nachmittag eine Tour zum TET Paul Trail bei den Pitons reserviert hatte. Dieser Trail war einmal mehr wunderschön und es gab viel zu sehen. Dummerweise fehlte uns eine Machete, um die wilden Früchte zu ernten. Bei den Piton Heights gab es leider kein Piton Bier, da der Rasta-Verkäufer schon Feierabend hatte. „See the mountain, don’t drink the beer“. Island time halt.







Auch Soufriere wurde besichtigt und an einer Strassenecke ein Barell Chicken mit kreolischer Sauce probiert.
Tags darauf ging es schon früh los, so dass wir die knapp 60sm nach Bequia bei Tageslicht segeln konnten. Wir segelten im Luv von Saint Vincent durch, hatten da aber um die 2kn Gegenstrom. Trotzdem erreichten wir noch bei komfortablen Tageslicht Port Elizabeth und ankerten in der Admirality Bay. Den Sundowner hatten wir uns redlich verdient.




Nach dem üblichen Behördenbesuch – wir staunten einmal mehr, wie langsam man da tatsächlich arbeiten kann – ging es Anker auf. Das nächste Ziel waren die berühmten Tobago Cays, welche einfach unglaublich schön sind. Die Farbenpracht des Wassers kommt bei hochstehender Sonne ganz besonders zur Geltung. Natürlich hatte es auch dieses Mal wieder viele (Charter)Yachten, es hatte jedoch genügend Platz, um sicher zu ankern. Wir beschlossen, die Schönheit dieses Marine Parks während zwei Tagen zu geniessen.




Mit dem Dinghy RAFINE besuchten wir die kleine Insel Petit Tabac, welche ausserhalb des Horseshoe Reefs liegt. Also suchten und fanden wir den Dinghy Pass durch das Riff und setzen RAFINE auf den Strand. Im Film „Pirates of the Caribbean“ wurde auf Petit Tabac die Szene gedreht, in welcher Captain Jack Sparrow und Elizabeth Swann auf einer einsamen Insel (Rumrunner’s Isle) ausgesetzt wurden. Dort fanden sie ein verstecktes Rum Lager, welchen Jack und Elizabeth in der Nacht am Feuer tranken. Später zündete Elizabeth den Rum an (wie schade), um mit einem grossen Rauchsignal ein Schiff auf sich aufmerksam zu machen. Nun, wir haben weder Rum noch Lagerfeuer gefunden, dafür uneingeschränkt schöne Natur. Später machte ich am Horseshoe Reef noch einen kleinen Tauchgang und Rico entdeckte die Unterwasser Welt beim Schnorcheln. Wie meistens in den Tobago Cays, hatte es auch diesmal eine starke Strömung, welche beide Unterfangen nicht so einfach machte. Bei Big Mama am Lobster BBQ Strand auf Petit Rameau erstanden wir später eine Languste, welche wir uns als Dinner zu Gemüte führten.












Am nächsten Tag beobachteten wir, wie der Schoner WYLDE SWAN zuerst durch die schmale Passage zwischen Horseshoe Reef und Petit Tabac segelte, also exakt jene Passage, durch welche wir am Vortag mit dem Dinghy fuhren, um dann durch die Riffe von Süden her die Tobago Cays anzusteuern. Ich fand das relativ riskant, zumal noch mit einem so grossen Schlappen, insbesondere, wenn man die starken Strömungen bedenkt. Mit drei Metern Tiefgang ist man schnell aufgelaufen. Die Ausfahrt durch die südlichen Riffe ist hingegen etwas einfacher, da die Sonne von achtern die Untiefen gut beleuchtet. So fuhren auch wir durch die südlichen Riffe auf direktem Weg nach Clifton Harbor auf Union Island. Der vor ein paar Wochen gestrandete Katamaran von Dream Yacht Charter war inzwischen von Riff geborgen worden.
Von Union Island ging es wieder Richtung Norden nach Canouan, wo wir im Beach Club von L’Anse Guyac einen Rumpunsch genossen. Wiederum waren wir die einzigen Gäste Am nächsten Tag kreuzten wir zur Britannia Bay in Mustique. Hier, auf der Privatinsel der Reichen und Prominenten, liegt die berühmte Basil‘s Bar, welche wir gleich mehrfach besuchten. Im Vergleich zum Beach Club von L’Anse Guyac sind die Drinks hier spottbillig. Auch die Jump Up Night liessen wir uns nicht entgehen. Die Band spielte entspannt auf und kam beim Publikum gut an.




Der Schlag von Mustique nach Vieux Fort auf Saint Lucia war ein langer Kurs hart am Wind und hatte uns gut durchgeschüttelt. Weiter ging es im Lee von Saint Lucia, vorbei an den Pitons nach Martinique, wo auf der Reede vor Saint Anne das Eisen in den Sand fiel. Hier blieben wir noch einen Tag zum Tauchen und Schnorcheln an den umliegenden Riffen.
Nach einem letzten morgendlichen Schwumm, verlegten wir S/Y AVENTURA an den Steg bei INOXALU, und Rico bereitete seine Abreise in die Schweiz vor. Zwei schöne Segelwochen lagen im Kielwasser, und haben uns sehr gut gefallen. Die Zeit verging viel zu schnell und schon wartete das Taxi, welches Rico zum Flughafen und seinem Rückflug in die Schweiz brachte.